Begleithundeausbildung
Das Ziel der Begleithundeausbildung ist die erfolgreiche Teilnahme an der Begleithundeprüfung (BH-Prüfung). Diese Prüfung dient als Grundlage, um den Gehorsam des Hundes sowie sein Verhalten im Alltag zu überprüfen, insbesondere in Situationen wie Begegnungen mit Fußgängern, Joggern und Radfahrern.
Die BH-Prüfung ist nicht nur eine eigenständige Grundprüfung, sondern auch eine Voraussetzung für die Teilnahme an weiteren Prüfungen und Wettkämpfen im Hundesport, darunter Agility, Obedience, THS, VPG oder Fährtenarbeit.
Die BH-Prüfung gliedert sich in zwei Teile:
Teil A - Prüfung auf dem Übungsplatz:
Hier müssen mindestens 70%, das entspricht 42 Punkten, erreicht werden, da sonst die Teilnahme am weiteren Teil (Teil B) ausgeschlossen ist. Die Prüfung beinhaltet Elemente wie Fußgehen mit und ohne Leine, kombiniert mit Wendungen, Tempowechseln und Anhalten. Ebenso werden Sitz und Platz mit anschließendem Abrufen geprüft. Zusätzlich muss der Hund durch eine Menschengruppe gehen und unangeleint in 30m Entfernung vom Hundeführer Platz nehmen, während ein anderer Hundeführer seine Prüfung absolviert. Außerhalb des Hundeplatzes wird zudem das sichere und freundliche Verhalten des Hundes gegenüber anderen Hunden, Radfahrern, Spaziergängern und Joggern überprüft.
Teil B - Prüfung im Verkehr:
Dieser Teil ergänzt die Prüfung, indem das Verhalten des Hundes in realen Verkehrssituationen getestet wird, um die Alltagstauglichkeit des Hundes sicherzustellen.
Agility
Der Begriff "Agility" aus dem Englischen steht für Gewandtheit und Behändigkeit, was den Kern dieser Hundesportart treffend beschreibt. Hierbei stehen Geschicklichkeit, Schnelligkeit und die Koordinationsfähigkeit des Hundes im Fokus.
Beim Agility-Training durchläuft der Hund einen Parcours gemäß festgelegter Regeln. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Hund und seinem Menschen entscheidend. Du leitest den Hund durch Kommandos, Anfeuerung und Gestik an, ihm den richtigen Weg zu weisen.
Das Ziel des Agility-Trainings besteht darin, den Hund möglichst fehlerfrei und in hohem Tempo durch einen Parcours mit Hürdenlauf, Slalom, Tunnel, Steilwand, Mauer, Hängebrücken, Reifenspringen und weiteren Elementen zu führen. Am Ende winkt eine Belohnung, und bei Turnieren möglicherweise ein Pokal oder eine Medaille. Viele Agility-Hunde empfinden bereits den erfolgreichen Hürdenlauf und die ermutigenden Worte des Menschen als eine lohnende Belohnung.
Obedience
Der englische Begriff "Obedience" übersetzt sich schlicht als "Gehorsam" und bezieht sich auf bestimmte Trainingsaufgaben. Einige dieser Aufgaben sind möglicherweise bereits aus der Hundeschule und der Grundausbildung bekannt. Dazu gehören:
- Gehorsames "bei Fuß" laufen
- Sitz oder Ablegen während der Bewegung
- Wechsel zwischen den Positionen Sitz, Steh und Platz
- Befolgen von Kommandos aus der Ferne und während der Bewegung
- Selbstständiges Platznehmen in einer Box, einem abgesteckten Bereich oder auf Distanz
- Apportieren sowohl mit als auch ohne Hürden
- Identifizieren eines Gegenstands, der dem Hundeführer gehört
- Ausgeglichenes Verhalten gegenüber unbekannten Menschen und anderen Hunden
Diese Übungen fördern nicht nur den Gehorsam des Hundes, sondern stärken auch die Bindung zwischen Hund und Halter sowie die Alltagstauglichkeit des Hundes in verschiedenen Situationen.
Hoopers
Hoopers ist eine Hundesportart, bei der das Ziel darin besteht, einen Hindernisparcours, der Hoops, Tunnel, Tonnen und Gates umfasst, fehlerfrei zu bewältigen. Eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund sowie ein hohes Maß an Geschicklichkeit im Team bilden die Grundlagen dieses Hundesports. Ähnlich wie im Agility gibt es auch hier einen Geräteparcours, den der Hund in einer bestimmten Reihenfolge durchlaufen muss. Im Unterschied zum Agility ist das Besondere beim Hoopers, dass der Hund im Parcours nicht springen muss. Der Parcours ist üblicherweise weitläufig und besteht aus Bögen (Hoops), Tunneln, Tonnen (Barrels) und Zäunen (Gates). Die Anordnung, Distanz und Anzahl der Geräte richten sich nach dem Können und der Klasse des jeweiligen Hund-Mensch-Teams.
Ein herausragendes Merkmal des Hoopers besteht darin, dass der Hundeführer NICHT neben dem Hund herläuft. Zu Beginn bringt der Hundeführer seinen Hund zum Startpunkt und begibt sich dann in seinen vordefinierten Führbereich, den er während des Laufs nicht verlassen darf. Der Hund wird ausschließlich mit Körpersprache, Sicht- und Hörzeichen auf Distanz durch den Parcours geführt.
Rally Obedience
Die Sportart Rally Obedience legt besonderen Wert auf die perfekte Kommunikation und die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund. Ursprünglich aus Amerika stammend, wurde sie vor einigen Jahren von Charles "Bud" Kramer entwickelt und hat dort bereits eine große Anhängerschaft gewonnen. In Deutschland ist sie jedoch noch vergleichsweise unbekannt.
So funktioniert Rally Obedience:
Ein Parcours mit mehreren Stationen wird aufgebaut, wobei Schilder den Teams anzeigen, welche Aufgaben zu bewältigen sind und in welche Richtung es weitergeht. Der Hundeführer nimmt seinen Hund bei Fuß und durchläuft den Parcours, wobei er bestrebt ist, dies möglichst schnell und präzise zu tun.
Die Besonderheit dieses Sports liegt darin, dass Hund und Mensch während ihrer Arbeit kontinuierlich miteinander kommunizieren dürfen. Der Hund kann jederzeit angesprochen, motiviert und gelobt werden. Dies fördert nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch die enge Bindung zwischen Hund und Mensch